Firmann’s

 

TCM Ernährungsberatung

Andrea Firmann

Traditionelle chinesische Medizin

Ernährung nach den fünf Elementen

 

Die TCM wurde vor rund 3.000 Jahren entwickelt. Im alten China führte die Beobachtung von Natur und Mensch zum Prinzip des Yin & Yang. Jede Materie, jeder Mensch, jedes Gefühl hat zwei Seiten, jede davon trägt die andere bereits in sich. Wenn an der einen Seite etwas verändert wird, beeinflusst das auch die andere. Das meist schwarzweiß abgebildete Symbol steht für den Einklang dieser beiden Pole. Die Harmonie zwischen Yin & Yang ist oberstes Ziel der TCM.

 

Der Stellenwert der Ernährung

Dazu kommt die Idee vom Qi (Energie); das aus den ständig in Bewegung befindlichen Spannungskräften von Yin & Yang entsteht. Qi wird meist mit Lebensenergie oder Lebenskraft übersetzt. Jeder Vorgang im Körper braucht Energie, ob es eine Bewegung, ein Gefühl oder ein Gedanke ist. Laut TCM wird dieses Qi zu zwei Drittel aus der Nahrung, zu einem Drittel aus der Atmung gebildet. Damit ist klar, dass in der TCM die Beschäftigung mit Lebensmitteln und Kochvorgängen allerhöchste Priorität hat. Für uns im Westen wirkt der Platz, den die Chinesen auch heute noch dem täglichen Essen einräumen, übertrieben. Der Stellenwert scheint aber gerechtfertigt. Ein traditionelles chinesisches Menü besteht aus einer großen Vielfalt an Speisen, wie sie bei uns in einer ganzen Woche kaum auf den Tisch kommt.

 

Ernährungsempfehlungen sind individuell

Der wichtigste Aspekt ist der individuelle Zugang zur Ernährung. Es gibt nur wenige allgemeine Ernährungsempfehlungen, denn jede einzelne Mahlzeit richtet sich genau nach den Bedürfnissen des einzelnen Menschen. Die Wirkung von Lebensmitteln wird von Generation zu Generation weitergegeben. Es ist wichtiger zu spüren, als zu wissen. Eine Ernährungsberaterin wird immer die Ernährungsgewohnheiten ihrer Klienten hinterfragen und eine individuelle Empfehlung geben, damit das Ziel – Harmonie – wieder erreicht wird. Zusätzlich werden Heilpflanzen, Akupunktur und Körperübungen wie Qi Gong und Tai Chi eingesetzt.

 

Wie Lebensmittel wirken

In der TCM werden den Lebensmitteln vielfältige Wirkungen zu geschrieben. Von Bedeutung ist die Einteilung aller Zutaten nach ihrer thermischen Wirkung. Es gibt heiße, warme, neutrale, erfrischende und kalte Nahrungsmittel. Eine ausgewogene Ernährung beruht auf dem Prinzip, möglichst viele neutrale, warme und erfrischende Lebensmittel zu essen und sie in der heißen Jahreszeit durch kalte bzw. in der kalten durch heiße Zutaten zu ergänzen.

Zitrusfrüchte zum Beispiel, bei uns wegen des hohen Vitamin-C-Gehalts im Winter so beliebt, gelten aus der Sicht der TCM als kalt, was bei kalter Witterung kontraproduktiv ist. Grundsätzlich werden saisonale Lebensmittel bevorzugt. Das bedeutet auch, dass man nicht „chinesisch“ essen muss oder soll, wenn man die Ansicht der TCM-Ernährung sinnvoll findet. Außerdem werden Lebensmittel den fünf Geschmacksrichtungen (sauer, bitter, süß, scharf und salzig) und meist auch den fünf Wandlungsphasen entsprechend unterteilt.

 

Vor 2.000 Jahren wurde die Yin-Yang-Theorie der TCM um ein weiteres Prinzip ergänzt: die Lehre von den „Fünf Wandlungsphasen“ Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Bei uns werden sie meist verkürzt als Fünf Elemente bezeichnet. Die Reihenfolge ist dabei wichtig. Holz, Feuer. Erde, Metall und Wasser. Jedem Element sind Organe, Geschmacksrichtungen und alle Lebensmittel zugeordnet. Dazu kommen noch verschiedene Kochverfahren, welche die thermische Wirkung von Speisen beeinflussen.

 

Ernährungsberatung empfohlen

Wer heilsame chinesische Ernährung im Alltag anwenden möchte, kommt um eine Ernährungsberatung nicht umhin. Dabei wird eine Zungen- und Pulsdiagnose erstellt und auf Probleme, Abneigungen und Vorlieben eingegangen. Meist wird ein umfangreicher Plan entwickelt, der individuelle Ernährungsempfehlungen beinhaltet.

 

Ist diese Ernährung gut verträglich?

Da in der traditionellen chinesischen Ernährung wegen der besseren Verdaulichkeit grundsätzlich gekocht und kaum roh gegessen wird, ist die Verträglichkeit hervorragend. Das ruft zwar sofort westliche Ernährungswissenschafter auf den Plan, die das Fehlen von Rohkost mit dem Fehlen von Vitaminen gleichsetzen. Aber die chinesische Medizin, in die die Ernährung eingebettet ist, kennt diesen Zugang zu Lebensmitteln nicht. Der Energiegehalt, die Frische, die Kombination und die Zubereitung entscheiden über die Wirkung eines Lebensmittels, nicht die messbaren Inhaltsstoffe wie in der vergleichsweise sehr jungen westlichen Auffassung. In der Ernährung nach der TCM ist die gute Verdauung der zentrale Aspekt. Nur was gut verdaut wird, kann ausreichend Qi liefern. Das ist auch der Grund für das in China übliche warme Frühstück.

 

Die traditionelle chinesische Ernährung ist nicht vegetarisch. Fleisch wird als „kaiserlich“ angesehen und kommt gerne auf den Tisch, ebenso Fisch und Eier. Beste Qualität und Frische sind für die TCM-Küche selbstverständlich. Verboten ist kein einziges Nahrungsmittel, denn jedes hat –  bei guter Qualität – seine Wirkung und damit seine Bedeutung.

 

Und was die Ernährung nach der TCM noch sympathischer macht, ist die Tatsache, dass Hungerkuren gar nicht gerne gesehen werden. Sie zehren am vorgeburtlichen Jing, jener Energie, die nicht vermehrt werden kann und die für das ganze Leben reichen muss.

 

 

 

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